David Spiola bei seinem Talk 'The CMS is dead'.
"Brauchen wir noch ein CMS? Wir haben doch KI"

"Ja!" formulieren Robert Lemke in der Keynote und David Spiola im letzten inhaltlichen Talk auf der gerade vergangenen Neos Con. Ein CMS dient dazu Daten strukturiert aufzunehmen und im Web auf die gewünschte Art und Weise auszugeben. Mittlerweile muss es nicht mehr nur Menschen ansprechen - sondern noch wichtiger: LLMs sollen die Inhalte auch gut verarbeiten können. David Spiola erwartet eine Entwicklung von zwei verschiedenen Webs: einem Web für Maschinen, einem Web für Menschen. Von ihm stammt auch der sprechende Titel, den ich für diesen Blogpost verwende.

KI verarbeitet aber nicht nur Inhalte, sondern generiert auch welche. Robert Lemke ist an dieser Stelle vorsichtig, er warnt vor der Gefahr des Model Collapse. Das bedeutet, dass LLMs immer ähnlichere Ergebnisse liefern, wenn sie mit fortschreitender Zeit mit generierten Daten gefüttert werden. In unserem Fall würden sich Inhalte also immer mehr ähneln. Es ist in den Debatten auch noch nicht klar, wie groß die reale Gefahr ist, ob es bloß ein theoretisches Problem ist oder auch real betrachtet werden sollte.

Robert Lemke auf der Bühne, dahinter eine Folie mit der Aufschrift 'The Web has a new Audiece'.

KI Integration in Neos

Martin Hellmich denkt konsequent an den aktuellen Stand heran und fragt: "Wo ist der richtige Ort für die Integration von KI?" In einem Plugin, im CMS, oder sollte die KI-Integration nicht im Betriebssystem liegen? Vielleicht ist auch ein CLI Tool der richtige Ansatz, wie es Robert Lemke formuliert hat.

Die darüber stehende Frage taucht in einem Nebensatz auf: Wird die KI im CMS genutzt, oder sogar umgekehrt, werden wir das CMS künftig aus der KI heraus nutzen. Und eigentlich führt uns das zum Interfaceproblem. Welches wird die UI der Zukunft sein? Wenn ein CMS konsequent mit einer KI verzahnt ist, werden wir es über einen Chatbot bedienen? Oder weiter eine Oberfläche haben, die auf Inline Editing optimiert ist? Das sind die zwei Alternativen, die sich auf den ersten Blick bieten. Welche sind noch möglich? Welche ist die richtige Alternative, um Inhalte mit und für KI zu bearbeiten?

Strong Typing in Zebra

Am meisten gefreut hatte ich mich schon im Voraus auf den Vortrag von Lorenz Ulrich über starkes Typing in Zebra. Zebra ist ein Framework, das Neos als Headless CMS nutzt, um das Frontend komplett in Next.js zu rendern. Entwickelt wurde es von uns, maßgeblich von Philipp Schmidt und Christopher Hlubek.

Lorenz Ulrich bei seinem Vortrag 'Type Safety for Neos Projects', mit der Titelfolie im Hintergrund

Schon einige Male habe ich mit meinem Kollegen Luke über ein fehlendes Typsystem von Nodeproperties im Frontend unterhalten. Regelmäßig muss man als Entwickler:in einfach wissen, welche Properties erlaubt sind, wie genau sie geschrieben werden und von welchem Typ sie sind. Ein starkes Typsystem nimmt viel Arbeit ab und beugt Fehlerquellen vor. Typing ist so verbreitet, z.B. in Typescript, dass es mehr auffällt, wenn es fehlt, als wenn es da ist.

Unsere Kolleg:innen von Visol hatten scheinbar das gleiche Problem und haben es mit dem Visol.Neos.ZebraSchemaGenerator gelöst. Ich freue mich darauf das Package selbst auszuprobieren und noch mehr darüber, dass Open Source Software Früchte trägt und wir gemeinsam Etwas schaffen, das für sich sehr viel schwerer möglich wäre.